Die Organisation des Raclettabends lag auch in diesem Jahr wieder in den
Händen der sich bereits über viele Jahre bewährten Heidi Kolb. Alle
Hochleistungsraclettöfen konnten ohne Probleme an das lokale Stromnetz
angeschlossen werden, so dass auch kein Kurzschluss drohte und dem
schönen Abend ein abruptes Ende bereitet hätte.
Wir genossen die vielen verschiedenen Käsesorten – der edlen geehrten
Spenderin Barbara Lendi sei Dank zu getan – und feine mit viel
Leidenschaft gepflanzte, gehegte, gepflegte, mit viel Liebe geerntete und
grosszügig gespendeten Kartoffeln vom Hof Brüngger.
Im Verlaufe des Abends mussten wir mit erschrockenem Gesicht und
abgesengten Unterarmhaaren feststellen, dass eine Käsesorte zum
Explodieren neigte. Bravourös stellten wir uns dieser Herausforderung und
verschlangen diese gefährlichen aber sehr feinen Käseportionen mit viel
Hingabe und Einsatzwillen.
Die Anwesenden kamen irgendwann in der Gesamtheit der Allgemeinheit
an den Punkt des Gesättigtseins. Diese Wendung des Abends nutzten wir
gekonnt, um die Verdauungsphase bis zum Dessert mit einem heiteren
Lotto zu überbrücken.
Die Lottoscheine wurden von mir bis anhin Unbekannten, aber einer
bekannten Population souverän verkauft. Auf meine Mengenrabattanfragen
gingen die fröhlichen Damen nicht ein.
Plötzlich ging es los, doch verwirrte mich dies, denn entgegen der
vergangenen Jahre erschallten die Lottozahlen in einer fröhlichen jungen
Stimme von Angi Lendi.
Margrit musste aufgrund lädierten Stimmbändern das Lottospiel einmal von
der anderen Seite des Gabentisches spielen.
Wie das „Gumfibrot“ immer auf die bestrichene Seite fällt, so vielen auch
die Preise immer wieder zu den gleichen Spielern. Dies führte unweigerlich
zu frustrierten Meinungsäusserungen in meiner Runde am Tisch. Die
ermunternden Zurufe, dass es doch einer guten Sache diene, vermochten
die erhitzten Gemüter zu besänftigen. Die grosszügigen Preise wurden von
Heidi Kolb fröhlich und gratis zum Gewinn freigegeben.
Nachdem alle Preise seinen neuen Besitzer gefunden hatten und alle
Diskussionen über Abgabe von Alkohol an bald Erwachsene, mittels
Zusicherung der straffreien Übergabe des alkoholhaltigen Getränks an die
Eltern, freuten sich alle auf das reichhaltige Dessertbuffet.
Dieser Gaumenschmaus an Köstlichkeiten vermochte den weiteren Verlauf
des Abends absichern, so dass ich mich getrost um 23:37 Uhr dem
Nachhauseweg zuwenden konnte.
Nochmals ein Dankeschön an die edlen Spender.
Lukas Lehmann
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